zensurgegenmaßnahme

„Piep, Piep, Piep, wir haben uns alle lieb“

so lautete der titel eines blogs auf FuF, der dort nach kurzer diskussion wegen eines angeblichen goebbels-vergleichs getiltet wurde, und den ich hier wiedergebe, allerdings ohne die screenshots – und im vermuteten einverständnis mit seinem autor:

 
„#Politik #FaktenFaktenFakten #Hetzschrifen #MeinKampfDeinKampfUnserKampf
08.02.2017, 07:46

Ines L. hat in einem Blog
„Flüchtlinge sind bis zu 20 Mal krimineller als Deutsche. Die extreme Flüchtlingskriminalität in Zahlen, Fakten und Beweisen.“
über die Kriminalität von Flüchtlingen geschrieben. Natürlich alles mit Zahlen und Fakten und Beweisen belegt!?! Verwiesen wird dabei auf eine „Broschüre“.
Welche „faktenreiche“ Aussagen den geneigten Leser erwarten, konnte man schon beim Lesen des Blogs und des ersten Kommentars sehen. Stellvertretend kurz folgender Kommentar von der Autorin höchst selbst:
„Etwas faul in der Tat 😉 – denn in der Abhandlung stehts ja drin: Es geht um die ermittelten Straftäter (Tatverdächtigen) ebenso wie um die Verurteilten.“
Nun ja, es ist in der Tat etwas faul, denn ermittelte Straftäter sind nun einmal Straftäter, die von unseren Gerichten (und nur falls Frau L. mitliest, nein, dabei handelt es sich nicht um das was Sie in Ihrer Küche zubereiten) ermittelt und verurteilt werden. Von einem Gericht verurteilte Personen einer Straftat sind Straftäter. Ehe das noch nicht passiert ist (also verurteilt), nennen die sich Tatverdächtige. Die PKZ (Polizeiliche Kriminalstatistik) spricht auch [von] Verdächtigen oder ermittelten Verdächtigen.
Bei Verdächtigen muss es sich nun nicht unbedingt um Straftäter handeln, so kann es sein, dass ich jemanden wegen einer Straftat bei der Polizei anzeige, z. B. wegen Volksverhetzung. Nun wird die Polizei ihre Ermittlungsergebnisse an einen Staatsanwalt weitergeben, der den Fall nun prüft. Dieser kann aber zu der Auffassung kommen, dass die zulässige Schwelle für eine Volksverhetzung überschritten wurde. Damit ist diese Person dann zwar in der PKS als Zahl aufgeführt, doch zugrunde lag nicht einmal eine Straftat!
Solche gravierenden Fehler und Unkenntnis der grundlegenden Begriffe finden sich in der beigefügten Broschüre zuhauf. So z. B. sind Zitate und Verweise nicht stichhaltig Z. B.:
„wie der NDR exemplarisch zeigte. Dort hieß es: “Die tatsächliche Straffälligkeit von Flüchtlingen hat mit der Wahrnehmung vieler ängstlicher Bürger allerdings fast nichts zu tun.““ (HZ Seite 6 von 53).
Welche Sendung, mit welchem verantwortlichen Journalisten? Mann muss es erraten…
Auch bei Hell- und Dunkelfeld tappen die Damen eher im Dunkeln. So schreibt frau
„So ergab zum Beispiel die Auswertung einer Dunkelfeldanalyse, dass alleine in NRW 71 Mal mehr schwere Körperverletzungen und 89 Mal mehr leichte Körperverletzungen verübt werden als angezeigt werden. Bei Vergewaltigungen wird im Bundesdurchschnitt nicht einmal jede Fünfte zur Anzeige gebracht.“ und verweist auf einen Artikel in der Alpenprawda (SZ).
Dieser befasst sich hingegen nur mit einer Gewaltform, nämlich der von Frauen erlittenen. Wobei hier Gewalt schon im nicht strafrechtlichen Bereich beginnt (z. B. Schubsen). Klar, Fakten werden auch nicht wahrer, nur weil sie von einer feministisch motivierten Regierung schon mal falsch vorgekaut werden. Dumm wenn solche Stats, die einzig dazu dienen Frauenhäuser (und nur Frauenhäuser) zu legitimieren, dann anderen in die Hände fallen die Fakten eben auch nicht so genau nehmen.
Das Dunkelfeldstudien nicht dazu dienen die Zahl der Straftaten, sondern auch eine ggf. alternative Verteilung zu erhalten, also werden mehr Straftaten von Asylbewerbern angezeigt wie die von anderen, das wird ebenfalls verschwiegen.
Genau so ist nicht bekannt welche Fassung der PKS genommen wurde (zumindest bis Seite 30), es wird nur auf die Seite des BKA verwiesen. Von welchem Tag oder in welcher Fassung die PKS genommen wurde, egal! Dadurch wird natürlich die Nachprüfbarkeit der verwendeten Zahlen erschwert bis verunmöglicht. Ich habe mich auf der Seite des BKA das PKS, Jahrbuch (PDF 6MB) in der Version 4 heruntergeladen.
Auf die restlichen methodischen Ungereimtheiten und Begriffsunkenntnis möchte ich jetzt lieber nicht hinweisen, da man sonst hier einen Schmöker in Buchform abliefern muss… Also, gehen wir nun direkt in die Auswertung der Auswertung der PKS, oder ZENSIERT für Anfänger (HZ Seite 16 ff):
„In der PKS sind für das Jahr 2015 insgesamt knapp 100.000 Asylberwerber als Tatverdächtige erfasst (83.737 Asylbewerber plus 13.812 Geduldete (zB. abgelehnte Asylbewerber) + 1.700 Bürgerkriegsflüchtlinge = 99.249 Asylbewerber oder Flüchtlinge bzw. Zuwanderer) Ende 2015 gab es laut Statistischem Bundesamt rund eine Million Asylbewerber in Deutschland (970.000).“ (HZ Seite 16)
Höchstwahrscheinlich stammen diese Zahlen aus der von mir gefundenen PKS
„Zeitreihe zu nichtdeutschen Tatverdächtigen nach dem Anlass des Aufenthaltes (Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße) 6.6 – T11“ (Seite 179)
Problematisch wird es bei der Zahl von „eine Million Asylbewerber in Deutschland“. Diese Zahl konnte ich nun in keiner Weise nachvollziehen. Diese Zahlen werden auch nicht in der Beitabelle „Wohnbevölkerung insgesamt nach Alter – ab 2000 – pdf (PDF, 14KB) benannt.
Und nun kommt wieder das Problem bei solch einem Humburg, Zahlensuchen und was wurde da denn nun berechnet… Doch einfach statistisch irgendeine Zahl als Basis nehmen weil die auch mit A anfängt, ist nun nicht nur Schwachsinn, sondern unsauber. Wenn es im Ende des Jahres 2015 rund eine Million Asylbewerber gab, so ist die Zahl bei einer Bearbeitungsdauer von 5,4 Monaten pro Antrag (durchschnittliche Bearbeitungsdauer 2015) nochmals locker zu verdoppeln! Und selbst das würde nur einen Näherungswert, der mathematisch nicht korrekt ist, ergeben! Somit kann man nicht einfach eine Zahl eines bestimmten Stichtages nehmen…
Zahlen werden anscheinend wild durcheinander herangesucht, um sie in ein Verhältnis zu setzen. So teilt die PKS noch zwischen Asylbewerbern und Geduldeten auf, doch zur Berechnung nimmt Frau L. dann die Geduldeten noch hinzu (99.249 Asylbewerber oder Flüchtlinge bzw. Zuwanderer) und rechnet mit irgendeiner anderen Statistik ein Verhältnis zu rein Asylsuchenden. Mathematisch nicht nur unsauber, sondern ungenügend! Wer das Verhältnis der Äpfel in einer Schale mit Äpfeln, Birnen und Tomaten wissen möchte, der sollte auch nicht die Äpfel und Birnen zusammenzählen und dann ein Verhältnis errechnen…
Die PKS selbst sagt übrigens:
„Der Anteil der Asylbewerber (Personen, für die ein Asylverfahren im Bundesgebiet anhängig ist) an den nichtdeutschen Tatverdächtigen beträgt 15,1 %“ (PKS Seite 179), somit ist der Anteil, wenn die Tortengrafik (PKS Seite 176) „Verteilung der Tatverdächtigen“ stimmt, die ein Drittel (29,3%) angibt, dann ergibt sich ein Anteil an allen Straftaten von Asylbewerbern von 4,5 %!
NEIN, 4,5 Prozent! Wenn ich jetzt die Verhältniszahl nehme die in der HZ benutzt wird, nämlich „rund eine Million Asylbewerber in Deutschland (970.000)“, so sind bei einer Basis von 80 Millionen Bewohner in Deutschland, rund wie viele Asylbewerber? Für die Schnellrechner 1% näherungsweise (in Worten Ein Prozent!). Und dieses eine Prozent Asylbewerber (falls die Basiszahl richtig ist) würde dann sage und schreibe 4,5 Prozent der Straftaten begehen! Bei der Tabelle Wohnbevölkerung geht man in Deutschland jedoch von 65.604.853 erwachsenen Menschen aus, davon männlich (die NUR statistisch gesehen) einen Großteil der Taten begehen, von 31.824.440 Personen. Wohingegen ja immer betont wird das Asylbewerber zu einem Drittel männlich sind… So vergleicht man wieder einmal Äpfel mit Tomaten.
Doch, ein Fehler ist kein Fehler, machen wir also weiter.
„Noch deutlicher wird die Diskrepanz mit Blick auf einzelne Delikte, z.B. das Delikt “Vergewaltigung überfallartig durch Einzeltäter”, eine Tat, die gerade Frauen in steigendem Maße beunruhigt, ihr Sicherheitsgefühl massiv beeinträchtigt und damit zu einer Selbstbeschränkung hinsichtlich der Teilnahme am öffentlichen Leben führt, z.B. “ich gehe abends nicht mehr joggen”, “wenn ich ausgehen möchte, muss ich immer Begleiter dabei sein oder ich bleibe gleich Zuhause, weil ich Angst habe” usw. Absolute Anzahl der TV:
692, davon Deutsche: 455 und Asylbewerber: 85 = 12,2%“
(HZ Seite 20 – Anmerkung, bis zu dieser Seite wird dann anhand der vorher falschen Zahlen fabuliert).
“Vergewaltigung überfallartig durch Einzeltäter” ist unter Schlüssel 111100 geführt, hier findet sich nur in der gesamten Statistik nicht eine Aufschlüsselung nach Herkunft. Ebenso betrug die Zahl der Fälle nicht 692 sondern 1.134 (PKS Seite 83).
Auf der gleichen Seite der Broschüre findet sich auch folgender Text:
„B3. Gruppenvergewaltigung (Schlüssel 111200 und 111300 der PKS) Alle Tatverdächtige: 440, davon 241 Deutsche (54,8%) und 61 Asylbewerber (13,8%).“
Auch diese Zahlen lassen sich so nicht nachvollziehen. So steht in der PKS Seite 83 zu Schlüssel
111200 eine Zahl von 146
111300 eine Zahl von 254
Nun sind aber 146 + 254 = 400 und nicht 440. Ebenso, wenn auch diese Zahlen alle auf eine falsche Basis bezogen sind, dann funktioniert auch das eben nicht. Eine Zahl findet sich zwar in der Tabelle auf Seite 70 PKS, allerdings nur als Gesamtschlüssel:
100000 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
Insgesamt findet man hier 32.079 Taten
Darunter nicht Deutsche 6.592 in Prozent 20,5
Zuwanderer 1.548 in Prozent 4,8
Somit liegt der Anteil an Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung nicht bei 12% sondern bei 4,8% der Zuwanderer!
Selbst wenn man jetzt die obige Zahl von 970.000 Asylanträgen nimmt, so ist es eine Gesamtzahl von unter 5 Prozent an straffälligen Asylbewerbern! Bei einer Basis von wesentlich mehr Asylbewerbern die in die Hauptgruppe männlich und erwachsen fallen!

Screenshot PKS
Auch die Balkendiagramme auf Seite 23 „Überfallartige Vergewaltigungen“ die zu Schlüssel 111100 und 111200 aufgeführt sind, und Seite 25 „Sexuelle Nötigung/Vergewaltigung“ die zu den Schlüsseln 111000 aufgeführt sind, lassen sich weder in der PKS finden, noch die Zahlen nachvollziehen.

Screenshot HZ
So wird z. B. unter Schlüssel 111000 „Sexuelle Nötigung/Vergewaltigung“ eine Zahl von 456 Asylanten angegeben. Woher diese Zahl kommt bleibt im Dunkeln, der angegebene Link
https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2015/pks2015_node.html
führt zur Hauptseite der Statistiken für 2015. Aber auch das ist mehr als egal, denn unter Schlüssel 111000 seite 192 PKS in Tabelle
„Prozentualer Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger nach dem Anlass ihres Aufenthaltes an allen Tatverdächtigen (einschl. deutscher TV) pro Straftaten/-gruppe – Straftaten insgesamt“
In der Spalte Asylbewerber 6,7 PROZENT! Diese beziehen sich jedoch auf die Basis von 5896 Fälle. Somit findet diese Tabelle das es 395 Fälle gibt und nicht 456 wie die Tabelle in der HZ!

Screenshot PKS
Unter dieser PKS Tabelle steht als Erklärung:
„Asylbewerber weisen überdurchschnittlich hohe Anteile an den Tatverdächtigen insgesamt (einschl. deutschen) bei „Straftaten gegen das Aufenthalts-, das Asylverfahrens- und das Freizügigkeitsgesetz/EU“ (14,7 %) auf. Die sich unerlaubt aufhaltenden Nichtdeutschen stellen mit 81,9 % die größte Teilgruppe bei „Straftaten gegen das Aufenthalts-, das Asylverfahrens- und das Freizügigkeitsgesetz/EU“ und mit 10,9 % bei „Urkundenfälschung“. Ansonsten sind sie jedoch relativ unauffällig. Nichtdeutsche Arbeitnehmer weisen bei Gewaltdelikten überdurchschnittliche Anteile auf. Nichtdeutsche Studenten/Schüler sind bei „Raubdelikte“ überproportional beteiligt. Die Sammelgruppe der „Sonstigen“ zeigt bei „Begünstigung, Strafvereitelung, Hehlerei und Geldwäsche“, „Diebstahl unter erschwerenden Umständen“, „Raubdelikten“ „Betrug“ und bei „Mord und Totschlag“ relativ hohe Tatverdächtigenanteile.“
Die Tabelle aus der HZ findet sich definitiv NICHT in der PKS, auch wenn das Schaubild dieses suggerieren soll! Die PKS sieht ebenfalls keine erhöhten Zahlen von Ausländern generell und auch nicht bei Asylbewerbern, so wie die HZ das sieht! Ausserdem sind kleinere Graphs in der PKS immer als Tortendiagramm dargestellt. Eindeutig eine Fälschung die offizialität vorgaukeln soll.
So, und da ich nicht obermasochistisch veranlagt bin, habe ich mir hier die Kugel gegeben und lass Frau L. einen guten Mann, bzw. eine rechte Frau sein.“

soweit der text. – was es mit dem goebbels-vergleich auf sich hat, kann ich auf nachfrage gern zeigen und erläutern. erst mal nur so viel: es war kein vergleich, sondern ein kurzes lehrstück in sinn+unsinn von syllogismus.

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2 Kommentare zu „zensurgegenmaßnahme

  1. Jede Statistik ist nur so gut, wie der dem sie dient. Oder so ähnlich. Ich verlass mich immer noch auf meinen verstand und bilde mir mein eigenes Urteil. Das haben viele leider irgendwie verlernt. Grüße Kat.🌸

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